Haushaltsbuch führen als Familie: so fangt ihr an
Ein Haushaltsbuch scheitert selten an der Vorlage. Es scheitert in Woche zwei, wenn das erste Eintragen vergessen wurde und die Lücke zu groß wirkt. Deshalb lohnt es sich, nicht mit dem Eintragen zu beginnen, sondern mit dem Überblick.
Woche 1: Alles sammeln
Bevor ihr irgendetwas plant, braucht ihr die Zahlen. Nehmt euch jeden Tag eine kleine Sache vor:
- Alle Konten und Karten auflisten: Girokonten, Tagesgeld, Kreditkarten, PayPal, Kinderkonten.
- Kontoauszüge der letzten drei Monate herunterladen oder ausdrucken. Drei Monate gleichen Ausreißer aus.
- Einnahmen notieren: Nettogehälter mit Zahltag, Kindergeld, Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss, Nebeneinkünfte.
- Fixkosten markieren: alles, was jeden Monat gleich abgebucht wird. Quartals- und Jahresbeiträge auf den Monat umrechnen.
- Abos auflisten: Streaming, Handy, Fitness, Apps. Prüft auch die Abos im App-Store eures Handys.
Woche 2: Verstehen
Jetzt wird es interessant. Zählt die Lebensmittel der letzten drei Monate grob zusammen und teilt durch drei: Das ist euer realistischer Monatswert, nicht der, den ihr euch wünscht. Schaut euch die Kinderkosten einzeln an: Kleidung, Schule, Hobbys, Ausflüge.
Dann sammelt ihr die Kosten, die nur einmal im Jahr kommen: Klassenfahrt, Kfz-Versicherung, Geburtstage, Weihnachten, Urlaub. Teilt die Summe durch zwölf. Das ist eure monatliche Rücklage, mehr dazu im Artikel Rücklagen für Familien.
Woche 3: Planen
Mit der Bilanz stellt ihr das erste Monatsbudget auf: ein Betrag pro Kategorie. Dazu kommen drei kleine Entscheidungen:
- Ein Abo prüfen: behalten, pausieren oder kündigen? Kündigungsfrist in den Kalender eintragen.
- Ein Spar-Ziel festlegen, mit Namen und Datum. „Notgroschen bis Juni“ hält länger als „mehr sparen“.
- Eine Eintrage-Routine finden: wann und wo tragt ihr Ausgaben ein? Zwei Minuten am Abend reichen.
Sprecht das Budget gemeinsam durch, wenn ihr zu zweit seid. Kinder können altersgerecht mitreden, etwa beim Taschengeld oder beim Spar-Ziel für den Urlaub.
Woche 4: Durchziehen
Jetzt wird jeden Tag eingetragen. Nebenbei richtet ihr einen Dauerauftrag für die Rücklagen ein (direkt nach dem Zahltag), legt eine Mappe für Belege an und vergleicht einen Vertrag, zum Beispiel Strom oder Handy. Am Monatsende vergleicht ihr Plan und Ist und passt eine Kategorie an, ohne Vorwürfe.
Papier oder Tabelle?
Beides funktioniert. Papier ist sichtbar und lässt sich gemeinsam am Küchentisch ausfüllen. Eine Tabelle rechnet Summen automatisch und zeigt Verläufe. Wichtig ist nur, dass beide Wege dieselben Kategorien haben, damit ein Wechsel nichts kostet.